Grundausbildung 04.08.08 - 31.10.08

03.08.08

Morgen geht's los, mein Magen rebelliert... Ich denke ich komme erst in zwei Wochen das erste Mal nach Hause, dann werde ich versuchen einen ersten kleinen Bericht zu verfassen.

 

LG

04.08.08

So, wir sind unterwegs. zwar etwas später als wir wollten, aber bis zwölf ist noch  lange Zeit. Drei Stunden fahrt liegen vor uns und das unwohle Gefühl in meinem Magen wird immer größer. Die Nacht war grausam, sowohl für mich, als natürlich auch für Maik. Und so schön das Wetter die letzten Tage auch war, heute hat Cuxhaven geweint. Die Nacht über hat es fürchterlich angefangen zu schütten und heute Morgen ist auch noch Sturm dazu gekommen...

Jetzt möchte ich auch mal was Schreiben, wir haben immer noch den 04.08.08

 

Ich habe vorhin meine Maus in Plön an der Kaserne abgesetzt und das war der traurigste Moment im meinem Leben. Jetzt musste ich leider mal erfahren wie es ist, ausserhalb der Kaserne zu stehen und seinen Schatz da rein laufen zu sehen und zu wissen das sie so schnell nicht wieder kommt.

Ich hoffe nur das sie doch dieses Wochenende nach Hause kommt oder das wenigstens die zwei Wochen schnell vorbei gehen. Sie ist noch nicht mal 7 Stunden weg und ihr könnt euch nicht vorstellen wie ich die kleene vermisse. So das soll es erstmal gewesen sein

Lg Maik

08.08.08

Soooo, heute ist Freitag und ich dachte ich melde mich einfach mal. Dieses Wochenende durfte ich nicht nach Hause. Ich liege hier grade auf unserem "Fleezbock" ;-) . Nun die Frage, wie liefen die letzten Tage ab? Dann will ich euch mal in kurzform zusammenfassend berichten:

 

Am Montag war ja bekanntlich der Tag der Anreise, ein sehr schwerer und auch trauriger Tag und der Schritt in einen neuen Lebensabschnitt. Wir haben ihn gewagt.

 

Wir haben in den letzten Tagen unsere Teileinkleidung gehabt, Sportanzug, Handschuhe und Sportschuhe, Badelatschen, ein paar Socken, das halbe Programm eben. Ich bin mit meiner Schuhgröße das Problemkind und dank unseres Inspektionsfeldwebels, weiß nun auch die gesamte Inspektion das ich winzige Füße habe (auf den Kartons stand 34^^ in Wirklichkeit sind es aber 35/36!!) Hinzu kam noch viel viel Unterricht, Informationen, Zettel ausfüllen und ne Menge Formaldienst!


Unsere Ausbilder sind spitze, das muß ich wirklich mal lobend sagen und dafür ist unser Zug auch dankbar. Während andere morgens um halb sechs (kaaalt) im Sportanzug zum Frühstück marschieren dürfen, "müssen" wir unsere Feldjacke/Nässeschutz anziehen, damit wir auch keinen Schnupfen bekommen^^. Unser Spieß ist prima, was ich bislang beurteilen kann und sein Unterricht ist immer wieder lustig und locker! So lässt sich der Stoff leichter aufnehmen. Sport und PFT hatten wir auch schon, mir schmerzen die Beine, dafür gibt es gar keinen Ausdruck! Selbst zwischen den Rippen tut's weh! Das Lauftraining ist eher auf die "großen Jungs" zugeschnitten. Wir kleinen aus den letzten Rotten kommen kaum hinterher, was für die Vorderen ein Dauerlauf ist, ist für uns schon ein Sprint! Das Zusammenleben auf der Stube ist voll ok. Wir sind hier mit fünf Mädels. Auch das Verhältnis zu den männlichen Kameraden ist sehr gut. Es benimmt sich keiner daneben oder behandelt einen von oben herab.


Das soll's erstmal gewesen sein für heute, ich meld mich die Tage wieder.

17.08.08

Heute ist Sonntag und Maik hat schon ein bissl geschimpft weil ich hier bisher noch nichts neues berichtet habe, also werde ich das nun mal schnell tun.

 

Ich bin wieder zu Hause, Freitag angekommen und die Sonne in Cuxhaven hat vom Himmel gestrahlt, anders als bei meiner Abreise, noch dazu, ich hab Schnotten, Bazillenmutterschiff lässt grüßen. Nachdem ich vier Tage hinter einander Kanu und Kajak fahren war und immer ordentlich naß wieder in der Inspektion ankam, zwei Stubenkameradinen bereits krank waren, hat es mich nun auch erwischt, aber ich befinde mich schon auf dem Weg der Besserung, ich werde ja auch liebevoll gesund gepflegt. Und Spaß gemacht hat es trotzdem!!

 

Die letzten Tage in Plön waren fast wie die anderen. Viel viel Unterricht, aber nun kamen auch noch Spindbau, Koppel und Rucksack packen dazu und natürlich das erste mal Großreinschiff! Wir wurden Resteingekleidet, ich habe die netten Leute in der Bekleidungskammer wieder auf Trab gehalten, aber ich habe fast alles bekommen. Dienstschluß war trotzdem weiterhin fast immer pünktlich, spätestens 17:30 Uhr.

 

Der Zusammenhalt unseres Zuges hat sich weiter gebessert, es gab vorher die ein oder andere Ausgrenzung, doch auch mit den "schlimmsten" Quertreibern kann man reden, das sie sich doch mal um die Integration anderer bemühen sollen, wenn die jenigen es selbst nicht schaffen.

 

23.08.08

Da bin ich wieder! Heute ist Samstag, es regnet seit gestern in strömen, also die perfekten Tage um ein wenig zu Hause auf der Couch zu lümmeln und sich auszuruhen, um für die nächste Woche fit zu sein... Meine Knöchel können sich nun auch endlich mal erholen. Seit Mittwoch macht mir nur noch mein rechter zu schaffen, aber dafür gleich so arg, das ich Freitag kaum noch in meine Kampfstiefel gekommen bin. Aber wenn man Ärtze hasst, nimmt man lieber ein paar Schmerzen in Kauf, irgendwann lernt man aus den Fehlern, aber nicht jetzt, noch kann ich laufen und ich will den Einführungsmarsch auf keinen Fall verpassen.

 

Letzte Woche hatten wir unsere erste Ausbildung am G36. Ein übergroßer Haufen Plastik(-schrott), der jedoch bei falschem Umgang, wie bekannt, leider nicht so harmlos ist wie er aussieht. Man darf ihn trotzdem hassen... Auseinander und zusammen setzen, Fertig laden, Teilladen, Entladen etc... Alles was man wissen muß in möglichst kurzer Zeit, aber ich bin zum Glück gut mitgekommen. Zusammensetzen in Rekordzeit klappt zwar noch nicht, aber hauptsache ist, es wird erstmal anständig und alle Teile landen an der richtigen Stelle!

Ein paar ärztliche Tests/Dinge habe ich auch wieder hinter mich gebracht und bestanden, also ist auch auf der Seite alles ok.

Am Donnerstag war das erste mal Wachausbildung und das gleich den ganzen Tag, hui, da raucht einem abends doch schon ganz schön der Kopf. Das heißt viel nachlernen, damit man auch bei der Prüfung später wieder reinhauen kann. Kleiner Nachtrag dazu, ich hab meine erste praktische Wachprüfung übrigens verkackt weil ich ein wenig "Überreagiert" hab^^ Den zwoten Anlauf hab ich geschafft.

 

Nächste Woche Donnerstag haben wir unseren Einführungsmarsch. Fünf Kilometer mit Koppel, Rucksack, Helm und dem G 36 am Mann/an der Frau. Ich weiß noch gar nicht ob der Schlafsack auch schon oben drauf kommt. Bislang bin ich bei kurzen Strecken immer ganz gut mit dem Gepäck zurecht gekommen, nichts hat gescheuert oder gedrückt, meine Füße sind auch noch Blasenfrei, ich hoffe das bleibt so... Ich bin eine der wenigen die ihre Kampfstiefel liebt^^ Ich könnte den ganzen Tag damit rumrennen (Na tu ich ja auch fast) Sie sitzen fast so perfekt wie meine Reitstiefel/Schuhe, bis auf das sie mir zu groß sind, aber bis ich endlich mal neue in der passenden Größe bekomme, ist die Grundausbildung wohl vorbei. Nchtrag: Es hat die ganze AGA gedauert! Einen Tag vor Ende kamen meine neuen Stiefel^^

Meine Bordschuhe sind auch zu groß und bislang hat es noch keiner auf die Reihe gekriegt mir passende zu besorgen.

25.08.08

So, eine kurze Zwischenmeldung. Bin gut angekommen, Wetter relativ gut, Plön und MUS stehen noch ;-)

 

Heute war das erste mal LKU und Sport kurz VOR dem Abendbrot (und kurz vor dem die meisten eh Sport machen wollten, sich somit nach Dienstsport duschen mussten, dann zum Abendbrot gegangen sind, wieder ihren Sport gemacht haben und dann wieder duschen gegangen sind). Über die Logik wurde auf viele Weise gestritten, aber was der Dienstplan hergibt, wird ausgeführt, ich versuche grade die Sache mit dem Soldaten und dem denken zusammen zu bekommen, wir führen aus^^ Übrigens, heute morgen in der ersten Stunde haben wir netterweise auch was über den Umweltschutz in der BW gelernt, so wegen Wasser sparen und so, für die Menschen mit Wasserphobie: Duschen = Wasserverbrauch in erhöhter Menge... ;-) Ok, lassen wir das, wer weiß wo das noch hinführt. Abends waren wir nochmal am See, war ein bissl kühl aber auszuhalten, mein Fuß ist wieder ein wenig abgeschwollen und die lila blaue Färbung hat ihren Höhepunkt im Farbspektrum erreicht und neigt sich langsam ins grün gelbe. Ok, das Joggen ging heute mal fast gar nicht. Der Geländesportschuh hat mir auch noch immer richtig fein auf die Bänder am Sprunggelenk gedrückt, ich hatte die Schmerztabelette zu spät genommen.

Tja, warum war ich wohl noch nicht beim Arzt... erstens wie bekannt hasse ich Ärzte, zweitens habe ich keine Lust dort 2 Stunden rumzusitzen um eine Tube Voltaren in die Hand gedrückt zu bekommen und drittens haben wir am Donnerstag unseren Einführungsmarsch. Das ist der Hauptpunkt, ich hab Angst das ich MSG (umgangsprachlich Marsch und Sportgeil ;-)) Marsch, Sport und Geländebefreit geschrieben werde und nicht mit darf. Das fehlt mir noch. Nach dem Marsch gehe ich zum Arzt, für alle die meckern: VERSPROCHEN!!!

Ach ja, zu guter letzt noch meine erste Erfahrung mit den BW Ärzten des Schlages Nahrungsmittel/Frischfleischherstellung...

Blutabnahme, heute, vollkommen unvorbereitet, Blutgruppenbestimmung. Da man gerne mal vergisst mir als Klassenbuchführerin die Dienstpläne rechtzeitig auszuhändigen, hatte keiner eine Ahnung und wir schauten uns alle etwas komisch an, als unser Obermaat auf seine freundlich ironische Art plötzlich verkündete: Alle Geländeturnschuhe anziehen, aber Flecktarn anlassen! Da war schon klar, es ging in den San...

Das ganze war echt Massenabfertigung vom feinsten, dementsprechend fix wurde einem dann auch die Nadel in den Arm gerammt, ohne Rücksicht auf Verluste, Ader hin oder her, irgendwie wird schon Blut fließen. Bevor einer umkippen kann, noch schnell die PK herunter beten lassen und Nadel wieder raus, zack weg, wenn man draussen umfällt, kann sich ja ein anderer damit rumschlagen. Nachdem ich eine ganze Weile wohl ziemlich ungläubig auf die Nadel in meinem Arm gestarrt hatte, fiel mir dann auch irgendwann die PK wieder ein. Auf dem Flur hät ich mich danach am liebsten hingelegt^^ Ja, ja, und die Ausbilder können ihre Scherze machen, denen, die mit uns dort waren und gefeixt haben, hätten wir alle mindestens zehn Fehlversuche gewünscht...

Aber das soll es für heute gewesen sein. Gute Nacht (22:53h) und einen schönen Abend noch euch allen, und für alle die Morgen nicht um fünf aufstehen müssen, euch kriege ich auch noch;-) Wenn morgens um fünf mal das Telefon klingelt, möchte ich vielleicht nur mal auf mich Aufmerksam machen, das ich auch noch da bin ;-)

27.08.08

100 Prozent Mädels!!!
100 Prozent Mädels!!!

29.08.08

Also, die letzten Tage, kurze Rückmeldung, alles einmal Revue passieren lassen. Lasst mich nachdenken.

 

In den letzten Tagen war viel viel los. HWS (Handwaffenschießausbildung) inklusive das erste mal AGSHP (Schießkino), Geländeausbildung inkl. Bewegungsarten und 5 km Marsch, das waren so die bleibensten Erinnerungen. Oh ja, und ich war beim San. Nachdem die Schmerztabletten nicht mehr weiter geholfen haben. Nun hab ich auch gleich die Retourkutsche bekommen, bis zum 07.09.08 MSG (Marsch, Sport, Geländebefreit, alias Marsch und Sportgeil...) Naja, das werden wir ja noch sehen!!!

 

Zunächst einmal zu der HWS und AGSHP. Es hat echt Laune gemacht und mittlerweile ziehe ich den Plastebomber der P8 vor. Es macht mehr Spaß die Große mit verbundenen Augen zu zerlegen und wieder zusammen zu setzen als das kleine Ding, ausserdem ist die P8 prädestiniert dafür, das sich jeder früher oder später einmal ordenlichst die Finger klemmt^^ Ich leg mich dann doch lieber mit Dingen an, die sich in meiner Größenordnung befinden, sprich G 36 ;-) Wie auch immer, Beliebtheit hin oder her, beherrschen müssen wir alle Waffen, egal ob klein und hinterhältig oder groß und sperrig! Nach der Theorie sind wir dann ganz am Ende auch mal zur "Halbpraxis" gekommen, schießen im Schießkino. Ich hab ja von Maik schon viel gehört und dafür das ich mich anfangs nicht recht mit dem G 36 anfreunden konnte, hat es doch erstaunlich viel Spaß gemacht. Nach der vorhergehenden Theorie Stunde über Druckpunkt suchen, Schieß- und Atemtechnik, ging das ganze auch schon recht gut. Während draussen an dem Tisch zur Theorie nicht so viel geklappt hat, meines Erachtens, hab ich es dann beim AGSHP alles umsetzen können und auch die drei zu bestehenden Schießübungen beim ersten Anlauf geschafft. Ja ja, dieser Tag hat mich und den sperrigen Klotz alias G 36 näher zusammen gebracht^^

 

Der nächste Tag begann mit der Fahrt auf den naheliegenden Standortübungsplatz. Bewegungsarten im Gelände, schauen wie man ein Zelt baut, Tatktische Zeichen, Tarnen, (Verpflegen im Gelände) und natürlich der 5 km Marsch standen auf dem Plan.

Es war recht angenehm in meiner Gruppe, unser Gruppenführer hat uns alles anständig erklärt, zum Schluß auch mal selbst mitgemacht. Vielleicht für meinen Geschmack ein wenig zu viel rumgegleite durch das Gras, was schon seit mindestens 3 Monaten mal hätte gemäht werden müssen und die Disteln die sich in geplanter Reihe genau dort ausgesäht und angeordnet hatten, wo man mit der Waffe auf den Armen, durchgleiten sollte. Aber alles halb so wild, meine Arme sind blau, meine Oberschenkel haben verstreut kleine blutunterlaufene Stellen von den Disteln aber nichts, was nicht im Alter wieder verschwindet^^ Im Ernstfall gibt es kein Pardon!

 

Was mir persönlich am meisten Spaß gemacht hat, war, wie soll ich es nennen, das Verteidigen einer "Stellung", in unserem Fall eines Zeltplatzes. Erstmal leise auf die andere Seite zu kommen um sich dann dort eine geeignete "Stellung" zu suchen und auf den "Feind" zu warten, war wirklich Interessant, ein wenig Nervenkitzel war schon dabei. Kann schon mal vorkommen das man sich nichts böses dabei denkt und plötzlich ein Ausbilder hinter einem steht, ein Stück Alufolie wirft und meint: "Achtung, eine Handgranate". Lassen wir ihnen ihren Spaß, haben wir auch welchen, sie geben ja ihr bestes um uns meistenteils bei Laune zu halten, zumindest die meisten ;-) Tja, entdeckt haben wir sie dann dummerweise nicht, irgendwie wurde die Übung abgebrochen und der Feind kam angelatscht, wilde Wolke auf dem Feld, seeeeeehr schwer zu erkennen...

Ach ja, und die Tarnschminke kam auch zum Einsatz. Toll sahen wir aus^^ Vor einigen konnte man sich echt fürchten^^ Am Ende waren wir uns einig wer der Furchterregendste war, aber dazu irgendwann anders weiter^^

 

Und dann, nach dem Essen und einer Art Überprüfung des Gelernten, ging es zur Sache. Vorbereiten für den fünfer, ich hatte ganz schön bammel und dann musste ich auch noch vorne Laufen, Höhe Gruppenführer... Ich hab mich größtenteils auf meine Füße und Schultern konzentriert, zeitweise war mir ganz schön schwindelig,  der Rucksack hat schief gesessen und ich hatte das Gefühl gleich hab ich gar kein Blut mehr im Kopf, aber das ging vorbei. Und was echt ätzend war, wenig trinken. Die Feldflasche sollten wir durch die Reihen wandern lassen, also sagt man in der Regel solang nicht das man was Trinken will und hofft einfach das es wer andres tut. Berghoch war echt am schlimmsten. Von Schmerzen im Sprungelenk hab ich zwar nicht soo viel gemerkt, da ich vorsorglich schon eine Tablette genommen hatte, aber richtig biegen und drehen konnte ich den Fuß trotzdem nicht. Mittlerweile weiß ich auch warum, dazu später mehr. Wir also losmarschiert, es war eher ein Jog, vorallem die Berge hoch, wie soll man einen Tipp mit kleinen Schritten umsetzen wenn man schon kleine Schritte macht = Ausbilder 1, Ich 3. Das hat echt reingehauen, dann auch noch der Spruch das meine Kameraden nun wegen mir alles laufen müssen, ich solle mir doch mal einen gleichmäßigeren Schritt angewöhnen. Lassen wir das einfach mal Kommentarlos stehen... Hinterher habe ich erfahren, das sie auch so genug aufholen mussten, da ich nicht immer Schuld dran war, sondern sich die Gruppe eben öfter mal gezogen hat wie Kaugummi. Einige Male hätte ich echt am liebsten gesagt lauft alleine weiter, aber sich diese Blöße zu geben, kam dann doch nicht in Frage. Das haben sich viele gesagt, aber es haben alle durchgehalten. Was schlimm war, war unter anderem das man keine Zeit wusste, wie lange man schon unterwegs war und wieviel man geschafft hatte und wenn man drei Mal an einem Schild vorbei läuft auf dem steht "Geländelauf 3000m", ist das nicht grade motivierend^^

Irgendwann kamen wir dann auch an einem Punkt an, wo sich die anderen beiden Gruppen bereits versammelt hatten und es hieß umziehen. Kein Grund zur Freude, bis ich geschnallt hatte, das die 5 km schon um sind und wir bereits eine Stunde unterwegs waren, hat es bis kurz vor dem Transporter mit Rucksäcken beladen gedauert^^ Ich habe fest damit gerechnet das wir diesen bereits einmal passierten Punkt nun noch einmal passieren und eine Art Schleife laufen. Im Nachhinein, war es zwar sehr anstrengend und ich hab gemerkt das ich mich im Punkt auskurieren vom Schnupfen doch etwas zu viel vorgenommen hab, ich hab echt auf dem letzten Loch gepfiffen^^, aber es kam einem nicht so lang vor wie das, was man erwartet hat...

 

Dann der heutige Tag, es war nicht mehr weiter vor sich herzuschieben, ich musste zum San, denn die Schmerztabletten haben nicht mehr viel gebracht und der Stiefel hat nur noch mit viel Gewalt gepasst. Ich muss sagen, es tat echt weh und mit meinem Spruch, was von alleine kommt, geht auch von alleine wieder, hatte ich mehr als Unrecht. Das von mir bereits angespochene Farbspektrum der "nichtfarbe" Lila kam über Nacht wieder zum Vorscheinen. Sicher, mit stärkeren Tabletten als den zum Schluß eingeworfenen 600ern, wäre es noch ein paar weitere Wochen gegangen, aber zu welchem Preis? Ich hatte das Ziel den kleinen 5er mit zu marschieren (und es nicht wie "sich davor drücken" aussehen zu lassen) erlangt, also Prioritäten setzen.

Die Ärztin hat die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen als ich Anfangs nur meinen Socken ein Stück runtergezogen hatte, vielleicht hätte ich ihr einfach meinen heilen Fuß zeigen sollen... und ich hätte heulen können als sie meinte ab nach Eutin zum Röntgen, ich hatte fürchterliche Angst das dass das Ende für meine AGA bedeuten könnte, da ich von solch einem Fall im dritten Zug gehört hatte. Das ich dort hin sollte wegen einer eventuellen Fraktur, hat sie nach meinem geschockten Blick nicht verlauten lassen, das habe ich im Nachinein von der Ärztin im Zivilkrankenhaus erfahren.

Nach 4 Stunden war ich endlich wieder zurück, ohne Brüche :-) Das war kein Stein, sondern ein ganzer Steinbruch der mir da vom Herzen gefallen ist! Es ist nur ein Kapselriß und Blutansammlungen im Sprunggelenk, deshalb auch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit, drückt natürlich immer schön. Das sowas solche Schmerzen verusrachen kann, hätte ich nicht für möglich gehalten! Die Bänder und Sehnen haben natürlich auch ein wenig was abbekommen, aber das ist nicht weiter der Rede wert, die merk ich eh nicht^^ Es gab Tabletten, bevor ich die nehmen kann, nochmal andere Tabletten, damit der Magen die Tabletten auch aushält und nun bin ich MSG, das was ich vermeiden wollte und dann auch noch bis zum einschließllich 07.09.08. Ich habe schon angekündigt, da ich heute die Ärztin nicht mehr sprechen konnte, möchte ich das gerne am Montag tun. Mittwoch gehen wir das erste Mal Schießen, ich will mit, das ist wichtig. Ich hoffe ich kann sie überreden das aufzuheben, aber mit dem Druck/Stützverband, der mir fast die Blutversorgung des Fußes abdrückt, sollte bis Montag keine Schwellung mehr zu sehen sein^^.

 

So, ein kleiner Einblick in die Geschehnisse der letzten Tage. Heute ist Freitag und ich liege auf meinen Bock und schreibe hier rum, warum?? Morgen ist Tag der offenen Tür, ich finde man sollte dem Erfinder was böses antun... Nein, natürlich nicht, wird bestimmt lustig, zwar nicht so lustig wie zu Hause, aber... Setzt den Erfinder auf einer einsamen Insel aus, ohne Trinken und Essen.

 

Ich meld mich wieder, bis denne!!

 

01.09.08

Hallo ich bin es mal wieder DerMuk

Heut ist Montag und es ist wieder ein Wochenende vorbei gegangen, wo meine Maus wieder mal nicht zu hause war, nur wegen diesem blöden Tag der offenen Tür. Ich war zwar da und habe sie überrascht, aber es ist nicht das selbe als wenn sie zu Hause war. Es ist für mich leider immer noch sehr schwer, das sie immer weg ist, ich vermisse sie nun mal sehr, aber es lässt sich leider nicht ändern. Ich hätte nie gedacht das es mir so lange so schwer fällt. Die Sonntage sind immer noch sehr traurige Momente für mich, ich hoffe das es bald besser wird und mir das alles leichter fällt. ,So jetzt ist erstmal schluss mit jammern ich freu mich jetzt die ganze Woche auf Freitag :)

 

Lg Maik

 

 

10.09.08

Hallo ich bin es wieder der Maik

 

Es ist Mittwoch und Larissa ist seit gestern im Biwak ( Bundeswehr im Wald außer Kontrolle)

eigentlich wollte sie sich ja melden, aber es kam leider bis jetzt nichts. Ihr könnt euch nicht vorstellen was ich mir für sorgen mache. Ich kann Nachts nicht mehr schlafen, Hunger hab ich auch keinen mehr. Morgen ist sie wieder in der Kaserne ich hoffe das sie sich dann gleich meldet. Und übermorgen ist ja schon Freitag da kommt sie ja auch endlich wieder, da freue ich mich schon Sonntags drauf wenn sie hier los fährt. Dann bekommt sie auch wieder ihre Torte. So das war es auch erstmal wieder.

 

Lg Maik

 

14.09.08

Lang lang ist's her, es gibt mich noch ;-)

 

Da bin ich wieder, mein letzter Eintrag ist zwei Wochen her, ich weiß, nicht sehr Leserfreundlich, das sollte sich mal ein Redakteur erlauben... Es war aber auch viel viel los und ich hatte einfach keine Zeit und das Wochenende mochte ich nicht vor dem Laptop verbringen, verständlicherweise!

 

Fangen wir mal an. Was ist passiert, was hat sich getan, wie geht es uns im "schönen" Plön... Passiert ist viel, getan hat sich nichts und gehen tut es relativ gut :-)

 

Also, eines der Highlights der letzten Wochen neben unserem "BIWAK" war wohl, oder sollte viel mehr, das sog. Sommerbiwak alias Tag der offenen Tür sein. Kinderbetreuung, was sich nicht unbedingt als Highlight entpuppte, das Highlight des Tages war für mich der Besuch von Maik, von dem ich nichts wusste. Eine bessere Überraschung hätte es an einem sonst tristen Tag, weil man nicht heim fahren durfte, nicht geben können. Ich hab mich so gefreut und war überglücklich als wir endlich Dienstschluß hatten und ich noch etwas mit ihm Essen gehen konnte. Im Leuchtturm, eigentlich wollte ich ihm ja mal Poldi, den kleinen Border Collie Welpen vorstellen, aber der war leider nicht dort. Da meine Wachgruppe das ganze Wochenende Wache hatte, konnte ich abends nicht mit nach Hause fahren und war ziemlich traurig als das Auto dann wieder ohne mich Richtung Cuxhaven gefahren ist. Dafür war das darauf folgende Wochenende um so schöner.

Die Wache ist natürlich ruhig verlaufen, wir haben uns mit Kreuzworträtseln wachgehalten.... Eigentlich hätte man mich also nicht gebraucht ;-)

 

To be continued...

 

Hm, bis heute kann mir niemand den Namen eines französischen Flugzeugträgers nennen... Noch nicht einmal einer unserer OBtsms (Es wird immer mit S Pluralisiert, wer das angezettelt hat, hab ich leider vergessen. Unsere Bootsmanns waren es nicht...)

09.09.08 - 11.09.08 BIWAK

Also, ich weiß, es wird etwas verwirrend, aber heute berichte ich mal ein bißchen über das Biwak (Was genau das heißt und ob es eine Abkürzung (ausser für alt bekanntes: Bundeswehr im Wald ausser Kontrolle) ist, konnte mir keiner sagen, seltsam...)

Es ist schon ein Weilchen her, aber ich kann mich dran errinnern, das es recht viel "Spaß" gemacht hat. Wenn ich von Schlümpfen, Gummibärchen, Opa Schlumpf und Grisu (der kleine Drache natürlich ;-)) erzähle, sollte es den einen oder anderen doch zum Schmunzeln veranlassen. "Willkommen im Land der Schlümpfe" aber Spaß beiseite! Wir haben keinen Spaß! Oder?? Nein, befohlen: Schlecht gelaunt sein aber Spaß haben, so war das!!

Ich denke wir haben hier mit unserem Gruppenführer recht viel Glück gehabt, der auch bereits erlerntes bei einem einfachen Gang über ein Feld mit Strasse umsetzt, damit es auch ja nicht in Vergessenheit gerät. Das haben nicht viele gemacht (ich glaube sonst keiner, weil vergessen). Wenn der GrpFhr die Lage lebt, wirkt sich das auch auf die Gruppe aus. So haben wir nach längerem Üben auch auf eine Art und Weise "Sehnsüchtig" auf den Nachtalarm gewartet, alles war nahe zu perfekt einstudiert ;-). Ok, und dann war es so weit, raus aus dem Zelt, angerödelt, Waffe um den Hals und ab geht die Luzi. Ab in unsere vorher ausgesuchten und umgebauten Stellungen. Doch was war das, Vollbremsung, ab in den nächsten Krater und klein machen. Nix mit Stellungen und Feuerüberfall, nur ein Knall und alles überrascht. Das Ende vom Lied: Wir sind Reserve! Große Augen, auch unser GrpFhr war weniger erfreut, hatte er sich doch so viel Mühe gegeben und mit uns geübt bis unsere Knie vom Gleiten blau waren... Billianz: In der Nacht habe ich nicht einen einzigen Schuß abgefeuert und war damit auch nicht die Einzige, die Enttäuschung war groß. Da der Nachtalarm nicht so gut ausgefallen war, hatte ich schon mit einem weiteren gerechnet, wo wir uns dann beweisen konnten und vielleicht auch mal das Magazin leer bekommen könnten, aber nein, es hieß Sicherheit an den Waffen herstellen, nichts mehr mit Fertig geladen. (Ok, es ist sehr unangenehm mit einer fertig geladenen Waffe im Zelt zu schlafen, also vielleicht auch nicht sooooo schlimm...) Das war dann unser Nachtalarm für den wir uns blaue Knie, rote Ellenbogen und nen Haufen Sand in der Hose geübt hatten...

Am nächsten Tag wurde dann Feuergefecht geübt. Leben in der Lage, da gehört einiges an Vorstellungskraft und schauspielerischem Talent zu und unser GrpFhr hat die Lage gelebt!!! Natürlich konnten wir die feindlichen Kompanien erfolgreich bekämpfen und auch die ABC Alarme konnten uns nichts anhaben.;-) Im Gegensatz zu anderen Gruppen, die leider leider ihren Gruppenführer "verloren" haben, weil der mit ABC Maske nicht funken kann...^^

*Ich weiß, hier klingt es alles wie ein Spiel, war es an diesem Tag auch. Doch hoffen wir, das keiner von uns jemals den Ernst einer solchen Lage zu spüren bekommt, auch wenn Ausbildungen natürlich auf den Ernstfall abzielen und uns zeigen sollen, was wäre wenn. Wünschen tu ich es jedoch trotzdem niemandem.*

Was haben wir noch so gemacht? Also, da gab es hören und sehen bei Nacht, wo uns bewußt gemacht wurde welch wunderbares Ziel ein offen rauchender Soldat abgibt, wie Taghell man ein Gefechtsfeld machen kann und wie einfach Geräusche zu erkennen sind, wenn man sich nicht diszipliniert und bedacht verhält. Es war tatsächlich interessant. Was ich noch feststellen durfte, das ich ab der Dämmerung noch ungefähr so viel sehe wie ein Maulwurf am Tag, ich weiß warum ich zu Hause nur im hellen Auto fahre!! So hat meist stets der Handschutz meines Vordermannes herhalten müssen, aber ich bin durchgekommen ;-) Vielen Dank!

Wie baut man ein "Waschbecken" im Wald? Man nehme drei Äste, sie sollten nicht unbeding sofort wieder auseinanderbrechen nachdem zusammen knoten, und spanne dort einen, hm, war es ein Poncho für ABC Alarm? zwischen und tada: Ein erstklassiges Waschbecken in dem sich das Regenwasser sammeln kann (wenn man dann das Glück hat und es regnet und da auch kein Loch dinr ist^^)

Des weiteren und von mir verhasst: Skizzen (Lageplan zeichnen)! Ich glaub ich bin dermaßen unkreativ und ein mathematisches Wrack, das sich diese einfache, zweimalig durchgeführte Übung für mich jedes mal als Tiefpunkt des Tages ausgezeichnet hat. Autsch... Da muss ich wohl noch dran üben, vielleicht sollt ich mal eine Skizze von unserem Aquarium machen, mir fehlt nur das DF zum Entfernung berechnen, ich schau gleich mal ob ich ein Lineal hab, der Wille zählt ;-)

So und zu guter letzt: Ich kann mich nicht dran errinnern... Natürlich Zeltaufbau, ist ja klar, wo sollten wir sonst schlafen.

 

Ach ja, natürlich, wie könnte ich das jemals vergessen, das wird mich mein ganzes Leben lang verfolgen, ich bekomm schon Angst^^ Ich könnt immer noch kullern wenn ich dran denke. Es gibt tatsächlich Männer, die eigentlich unter ihre Zeltbahn in den Wald gehören, jedoch beim Anblick einer Spinne, Zitat Anfang:" hysterischer Schreien können als eine Frau!!!" Zitat Ende^^ Ja, es gibt sie doch!! Ich glaube, hätten wir es nicht selbst erlebt, würden wir es bis heut nicht glauben, so bleiben einem Menschen und eigentlich entspannte Lagen in einem alten Krater in Erinnerung^^

 

So, na gut, das war es dann erstmal für heute, sollte ich was vergessen haben, sagt mir bescheid. Natürlich ist das an die Leute gerichtet, die mit waren, klingt logisch, oder? ;-)

 

Dann euch dort draussen einen schönen Abend noch. Ich melde mich bei Gelegenheit wieder. Heute ist übrigens der 30.09.08. Der Herbst kommt und der Winter ist irgendwie schon fast da... Ich werde nun die letzten wärmenden Schlucke meines Kaffees genießen und mich dann zum Lernen verabschieden. Morgen ist Schießen, meine Lust ist unbändig... (Das ist Ironie!!!!) Ich stehe auf Kriegsfuß mit dem MG3, im Biwak hab ich noch gesagt ich würd auch gern mal damit schießen, jetzt wünsche ich mir ein wenig wir hätten es nicht geschafft...

 

Naja, genug geschwafelt. Bis bald und gute Nacht!!

 

LG Larissa

26.09.08

Ja, was soll ich sagen, ich bin nun auf dem Heimweg. Es ist Freitag und ich hatte 1 1/2 Stunden früher Schluß. Der Grund ist eigentlich ein erfreulicher, ich fang mal von vorn an.

ASG (Atemschutzgerät) Ausbildung ist das ganze Geheimnis ;-)
Drei Tage Neustadt + ein einhalb Tage an der MUS. Und da zu der "Ausbildung" eigentlich auch das aufbauen einer Feuerlöschstrecke gehört, wir dies allerdings in den Tagen nicht machen konnten, werden wir die nächsten Wochen mal einen Tag etwas länger Dienst haben, aber nicht an einem Freitag, also nehme ich es doch gern hin, heute eine Stunde früher Schluß zu haben.

Was haben wir in Neustadt so gemacht? Viel!
Der Montag bestand aus Theorie, Theorie und noch mehr Theorie. Sehr ermüdend, aber auch sehr wichtig! Wenigstens verstehen die Soldaten/Ausbilder in Neustadt etwas von Pause machen, also konnten wir uns immer gut erholen^^ Die Mittagspause dauert nicht selten 1 1/2 - 2 Stunden, wir wurden ganz schön verwöhnt... Ok, das Essen ist bei uns in Plön wesentlich besser und es gibt mehr Auswahl. Man muss dazu sagen, das Essen in Neustadt kommt wohl angeblich aus Plön^^ Vielleicht schmeckt es uns in Plön auch einfach besser, ich werd noch hinter das Geheimnis kommen...
Nach einem anstrengenden Tag, ja, zuhören kann sehr anstrengend sein!!! sind wir dann gegen 16 Uhr auch wieder Richtung MUS gefahren. In Neustadt schlafen konnten wir aus Platzmangel nicht, also wurden wir jeden Tag die halbe Stunde hin und zurück zum AZS (Ausbildungszentrum Schiffsicherung der Marine) kutschiert. Zeit zum Schlafen, das hat die Musik die der Busfahrer gerne hört, so mit sich gebracht, Schlager rauf und runter, vielleicht war das aber auch der Wunsch unseres Oberbootsmanns, der uns die ganze Zeit betreut hat (Wir hätten uns übrigens keinen besseren wünschen können :-) )
An diesem Tag haben wir solch ein ASG übrigens nicht mal annähernd in der Realität gesehen, wir wussten nur, das so etwas existiert...

So, am nächsten Tag ging es dann schon wieder mit Theorie weiter. Aber, das Highlight sollte folgen! Für den Nachmittag war angesetzt das wir alle die volle Feuerwehrmontur samt ASG anlegen und einmal über eine ehemalige Fregatte laufen die dort in Neustadt als Übungsschiff liegt. Das nannte sich auch Vorbelastung, am nächsten Tag sollte die "Vollbelastung" stattfinden.
Leider treffe ich mit meiner Größe beim Bund immer wieder auf Grenzen, so war mir auch dieses Mal die Feuerwehrjacke und Hose viel zu groß und eine vollkommen passende Atemschutzmaske, gab es für mich nicht. Mit der Kleidung hatte ich ein wenig Mühe die Treppen zu steigen, da sie mir über die Knie hing und mich doch sehr behindert hat. Es gibt Menschen, die sind noch kleiner als ich, ich frage mich ob diese dann die Hose ganz auslassen dürfen oder ob man die Jacken dann abschneidet wenn sie auf dem Boden schleift? Zu dem ASG selbst kann ich nur sagen, das es neue sind und diese sind wirklich sehr bequem und man merkt sie eigentlich kaum noch wenn sie richtig eingestellt sind, das Gewicht lastet dann auf den Hüften und weniger auf den Schultern und es ist weniger behindernd, eigentlich gar nicht, als ein standardmäßig gepackter BW Rucksack zum Marschieren ;-) Auch wenn es ein wenig warm war in diesem Feuerwehranzug, fühlt man sich eigentlich nicht unwohl und auch die sogenannte Vorbelastung hat Spaß gemacht! Man hat keinen Widerstand wenn man einatmen möchte, man kann ganz normal atmen und so braucht man in der Regel auch keine Angst haben, im Gegensatz zur ABC Maske, die einem ganz schön zu schaffen macht! Natürlich sind die ersten Meter ungewohnt, aber das gibt sich.
Nach diesem in Theorie und Praxis aufgeteilten Tag, sind wir dann auch wieder Richtung MUS gefahren, in voller Vorfreude auf den nächsten Tag. Praxis und keine Theorie!!!! (Da wussten wir noch nicht das wir nach dem Mittag in Plön doch wieder Theorie haben würden!!)

Am nächsten Tag haben wir dann also unsere "Prüfung" oder wie soll ich es nennen, abgelegt! Es war leichter als erwartet. Es bestand aus 2 x 13 Meter "Endlosleiter" steigen, 2 x Gewichte "ziehen" (das war weniger anstrengend als kompliziert für mich^^) und 2 x in Trupps zu drei Mann durch einen Parcour krabbeln, einmal im hellen und einmal im dunkeln und das war es auch schon! Ich habe 5 Bar mehr verbraucht als den Tag vorher bei der Vorbelastung. Ziel war es nur, ich glaube 160 Bar insgesamt zu vebrauchen. Der Flaschenfüllstand darf regulär am Anfang nicht unter 270 Bar liegen. Es war eigentlich für niemanden ein Problem, auch wenn einige hart an der Grenze waren zu dem was sie verbraucht haben durften. Nach der Praxis war Ende und wir hatten noch unser letztes Mittagessen in Neustadt bevor wir wieder nach Plön fuhren. In Plön dachten wir eigentlich, wir würden an den Rest unseres Zuges wieder anschließen, aber nichts da. Wir wurden den Rest der Woche weiter mit Theorie bombardiert und das kann in Plön noch anstrengender sein als in Neustadt!!! Während die anderen Kutterpullen und Eisessen gingen, durften wir uns bei dem strahlenden Sonnenschein im Hörsaal rumschlagen. Aber gut, wir haben es alles überlebt und nun sind wir damit durch!
Heute, zum Abschluß der Woche, durften wir noch eine 10 km Laufstrecke bewältigen, es haben alle geschafft. Mit waren natürlich nur die, die auch die ASG Ausbildung gemacht haben, die anderen hatten weiterhin ihren Dienstplan, wir durften dort nicht mitmachen. Und nun sitze ich auch schon im Zug heimwärts. Ich freue mich sehr auf's Wochenende und auf meinen Freund und meine Mieze, die Pferde und mein Bett ;-)

Ich meld mich wieder wenn ich Zeit hab.

LG Larissa

31.10.08

Checkpoint
Checkpoint

Es ist vorbei, lange ist es her das ich geschrieben hab und nun meld ich mich erst wieder wo alles vorbei ist. Sorry, aber es ging mit großen Schritten dem Ende zu. Wehmut ist schon dabei, für mich geht es nun im MFG 5 weiter. Ein paar wenige sind mit dabei, viele sind jedoch eben marinelike auf seegehenden Einheiten gelandet, einige andere wenige auf Landdienstposten.

 

Die "Highlights" der letzten Wochen waren unumstritten die Märsche, der 10er (der nicht mehr länger nur ein unbedeutender zehner sein wollte^^) und der 20er und das letzte zweitägige Biwak sowie das anschließende MP2 schießen und in gewissem Maße auch das MG 3 schießen und irgendwie auch das ROE-Schießen, bei dem vorrauschauend munitionssparend, der ein oder andere Kamerad zwar durchlädt, sich jedoch dann entscheidet den Feind mit einem herzzereißenden "PENG" Schrei in die Flucht zu schlagen ;-) Dann hatte ich auch noch das "Glück" drei Tage stationär zu verbringen O.o.  Ich sag nur Ärzte ohne Grenzen... Du hast noch Impfschutz? Egal, hast kein Impfbuch, selbst Schuld, kriegste alles nochmal!! Grade ich und Spritzen, zwei Welten prallen aufeinander. Vielleicht sollt ich hier mal einen Dank an den OMT richten, der trotz das es in der Zeit kein "guten Morgen" für unseren Zug von ihm gab, versucht hat die Situation zu entschärfen^^ Naja, wie auch immer. Ich hab doch schon immer gewußt das da nichts gutes bei ist, wenn man einen langen Spitzen Gegenstand aus Edelstahl in den Arm gerammt bekommt und köperfremde Flüssigkeiten, bestenfalls auch noch lebend! in den Muskel injiziert werden! Das kann nicht gut sein! Und das war es für mich auch nicht. Eigentlich sollte ich volle sieben Tage auf Station bleiben, doch nach einer kurzen Diskussion über gehen auf eigene Verantwortung oder Krank auf Stube schreiben, durfte ich schließlich nach Hause. Man, es gibt nichts schlimmeres als dort unter Verschluß zu liegen!!!! Milchglasfenster, bloß ein Bett, es gab nicht mal einen Tisch oder einen Stuhl! Es war echt einsam, wie im Knast!! Nachdem ich so fertig war, konnte ich wenigstens den totalen Verschluß abwenden, wie er anfangs für mich geplant war und aushandeln, das ich abends wenigstens zum Hafen runter laufen darf! Danke hier auch an Schwolli, die jeden Abend zu Besuch bei mir war und mich über frei drehen anderer und sonstige Ereignisse auf dem Laufen gehalten hat ;-) Nach den drei Tagen hatte ich dann viereckige Augen vom ganzen Laptop daddeln und Internet surfen... aber ich hab's überlebt und draus gelernt. Solange ich noch alle sieben Sinne beisammen habe, werde ich nie mehr einen Sanbereich wegen Lapalien betreten!!

 

Der "Kurzaufenthalt", für andere vielleicht wie Urlaub, für mich gleich zusetzen mit einem Aufenthalt im Cafe Viereck, kostete mich dann die Schwimmwestenausbildung, über die ich mich echt sehr gefreut hatte. Aber nichts... Der andere Teil des Zuges hatte während der Zeit einen weniger entspannten Aufenthalt in Neustadt zur ASG Ausbildung, da ging's wohl richtig ab, aber ok, das hat sich, denke ich, wieder gegeben.

 

Dann kam der 20 km Marsch, eine Woche drauf. eigentlich hätte ich noch nicht gedurft, aber ich hatte ja liebe Ausbilder so das ich mit durfte, soweit ich konnte und ich hab's geschafft :-) Inklusive Abseilen, wobei ich mein Leben einem Nissan Patrol anvertrauen musste^^ und auf der anderen Seite der Kiesgrube wieder "hochkrabbeln".  Dabei haben wir dann auch festgestellt, das man mir lieber niemals eine Handgranate in die Hand geben sollte^^ Tja, kein MG 3 (laut Ausbilder hab ich nen Streukreis, das ist wahnsinn, wie soll's denn auch sein wenn ich nach nem Schuß fünf cm weiter hinter der Waffe liege^^) keine Handgranate, aber Karten lesen kann ich nun^^ Ich mach dann die Angriffsplanung ;-) Und MG 3, ich bin eben für das grobe.

MP2 schießen artete schließlich in Rosen und Teddys schießen aus, das ist ein Selbstgänger, eingefleischte AGAnauten werden verstehen wovon ich rede.

 

Und das erste Mal Kutterpullen, das gehörte auch zu unserem 20er. 4,5 km Kutterpullen! Es war echt genial, es macht voll Spaß, auch ohne Eisdiele^^ Auch wenn es eine Blase am Handballen gegeben hat (Vom Marschieren hatte ich übrigens keine einzige) es war toll und wir waren die ersten, wie schon beim Marschieren, böse Zungen munkeln ja, das die ein oder andere Gruppe eine Abkürzung genommen hat... wir haben die trotzdem gekriegt, die sechste Gruppe eben ;-) Diesmal war's nichts mit: wenn scheiße, dann scheiße mit Schwung. Diesmal haben wir den ganzen Schwung ins pullen und marschieren gelegt.

 

Ach ja, ich wollt ja noch von dem widerspenstigen "Zehner" berichten... Der Zehner wollt kein Zehner bleiben! Böse böse... Er sollte im dunkeln stattfinden. Als ich das schon gehört hab, verschwand das gequälte Lächeln vollkommen von meinen Lippen. Es gibt einen Grund warum ich nach Anbruch der Dunkelheit nicht mehr ins Auto steige, ich will meine Mitmenschen nicht unnötig gefährden ;-) Ich bin noch blinder als tagsüber und das ist ordentlich. Ich hasse die Dunkelheit. Aber nichts desto trotz sollte ich ganz vorn als erste laufen, wegen schwächstes Glied in der Gruppe und so. Ja, ganz genau, so hatte ich mich auch gefühlt, noch dazu ganz schön hilflos als es dann dämmerte, über den fünfer hab ich ja schon berichtet... Also war nicht dolle! Doch es kam ziemlich anders. Den Kaleu und Zugführer als ansporn neben mir, hab ich die Strecke doch recht gut, wie ich finde, gemeistert! Auch das Tempo der beiden hab ich gehalten, da war ich schon ein wenig Stolz ;-) Große Schritte zu machen, auch wenn es für mich fast Spagat bedeutete, haben echt geholfen. Und solange ich jemanden dicht neben mir laufen hatte, konnte ich mich auch recht gut im dunkeln orientieren, was unserem GrpFhr das ein oder andere mal bescherte, das die ganze Gruppe ihm ziemlich gefährlich dicht auf die Pelle gerückt ist. Lieber Pelle als Baum oder Graben kann ich da nur sagen (oder Moor)^^ Zum Glück funktionieren meine Ohren noch gut^^. Besondere Highlights waren: Halt in mitten einer Siedlung mit dem Spruch: "Eigentlich müsste hier ein Waldweg sein" oder kein Gras/Baum weit und breit zusehen: "Hier müsste gleich ein Feldweg kommen" Auch das marschieren durch ein, nennen wir es mal "Güllefeld", war ganz toll^^ Böse Zungen behaupten ja, das die Karte, nach der wir mitten in der Nacht zu laufen pflegten, von 1992 war. Der Zehner hat sich gefreut, er war nicht mehr länger der unbedeutende Zehner mit dem man kleine Rekruten quält, nein nein, wie viel wir am Ende gelaufen sind, weiß keiner genau, aber wir hatten ein paar Kilometer mehr Spaß als andere Züge^^ Wenn man einmal in dem Lauftrott ist, kommt man da auch nicht mehr so schnell raus, wie ich feststellen durfte. Mittlerweile ist mir aber auch in den Sinn gekommen, dass das vielleicht von dem uns vorher verabreichten BW Doping Tee kam^^ Der wird frei nach dem Motto: je höher der Grad des Zuckergehaltes, desto schneller laufen sie und "braunes Wasser mit Zucker ist auch Tee!" produziert.

 

Und dann war es auch schon so weit... das Zugfest und der Abschied kam, drei Monate AGA sind vorüber, die Zeit verging wie im Flug. Es ist schade das alles vorbei ist, auch wenn man abends einige Male ins Bett gefallen ist und vor Muskelkater und Müdigkeit am nächsten Morgen kaum noch hochgekommen ist, auch wenn man im Biwak über totalen Wassereinbruch im Zelt geflucht hat, während die Ausbilder auf dem geliebten Tonner geschlafen haben, wenn beim Schießen zu wenig Munition mitgenommen wurde und wir um die Zeit rumzubekommen noch mal eben Laufen gegangen sind, mit Kampfstiefeln und Flecktarn und wir dem ein oder anderen Ausbilder zeitweise am liebsten den Hals umgedreht hätten (er uns übrigens auch, also beruhte es auf Gegenseitigkeit... ;-) Meine Variante der Problembewältigung ihn bei Ebay zu versteigern, war leider zu kompliziert^^) Es war eine Zeit voller neuer Erfahrungen, das ein oder andere mal auch Entbehrungen (ich bin für eine standartmäßig eingeplante Kaffeemaschine auf jeder Stube!!!!)  und Erlebnisse. Der Spaß kam nicht zu kurz, ob beim Reinschiff, Formaldienst oder in den trockenen Theorieunterrichten. Man hat Menschen ins Herz geschloßen und selbst die, wie unser "Schnucki" es ausgedrückt hat, "Weltstadt Plön", die wohl für viele vorerst die militärische Heimat bleiben wird, was nie einer gedacht hätte, auch ich nicht!!!

Ich werd auch unsere Huckepackrennen oder Handstandüberschlagübungen nach Dienst auf dem Zugdeck nie vergessen, oder die vielen Abende, einfach mit einem Kaffee allein am Hafen zu sitzen, oder den Leuchtturm und meinen kleinen Poldi ;-)

 

Danke an die Ausbilder, die das hier wohl niemals zu Gesicht bekommen werden, die unsere Ausbildung wirklich gut gemeistert haben, obwohl sie jedes Quartal das gleiche tun, meine Kameraden des zwoten Zuges, die trotz kleiner Differenzen meistens immer zusammen gehalten haben und alle anderen Menschen denen wir in der Zeit in Plön begenet sind.

 

Ach ja, und wenn nun jemand denkt, Ausbilder können sich nicht ändern, doch sie können es, und es ist uns auch aufgefallen. Wo es vorher immer hieß: es gibt kein Bitte und Danke, "lassen Sie das bitte weg, ich sag es ja schließlich auch nicht", kam irgendwann grade beim Schießen erschreckend oft das Wort bitte und danke und auch mal das ein oder andere aufmunternde Wort aus seinem Munde^^ (Fragt dann nicht nach ob der jenige sich nicht wohl fühlt oder Fieber hat, nehmt es hin und freut euch ;-)) Für alle nachfolgenden AGAnauten in Plön, schreibt die Ausbilder nicht ab, benehmt euch und sie kommen euch entgegen und lernen neue Formen der Höflichkeit auch im soldatischen Leben ;-) Und sie lernen auch mal zu Lachen, auch wenn ihnen eigentlich nicht danach sein sollte. Doch kommt ihnen nicht quer, verpackt es in nette Worte, so das nicht gleich der böse Eindruck entsteht, ihr zweifelt an der Ausbildungsart! Sonst wird's nur schlimmer anstatt besser. So wie ihr euch gebt, so kommt es auch zurück!!! Es sind auch Menschen,vergesst das nicht.

 

Man kann wirklich drei tolle Monate haben, man muß sich nur zu benehmen und zu helfen wissen. Auch wenn unser Zug natürlich nicht fehlerlos war, ich denke wir haben es gut gemeistert und dem einen oder anderen Ausbilder sind wir tatsächlich ans Herz gewachsen!

 

In Zukunft werd ich mich nun erstmal bis Ende November aus dem MFG 5 melden, ab Dezember geht's aber schon wieder nach Plön, JUHU!! ;-)

 

Und immer dran denken, wenn man bei den Märschen um die wundervollen Seen Plöns marschiert und auch mal bis zur Brust im Moor steckt (ja ja, wo ist der Trampelpfad? Keiner da, dann gehen wir eben durch diesen "kleinen Bach" und dann über die Brücke!)

 

PLÖN IST SCHÖN!!

 

und es haben schon hunderte vor euch überlebt und genauso 'ne Angst gehabt wie ihr und wir!

 

Bis demnächst dann.

 

LG Lara

The last song...

Plöner See
Plöner See
Marschieren
Marschieren
Ähm, ja...^^
Ähm, ja...^^
Waldkampfbahn
Waldkampfbahn
Fantasie erwünscht, das Absperrband ist eigentlich hochgefährlich! ;-)
Fantasie erwünscht, das Absperrband ist eigentlich hochgefährlich! ;-)
Unser Feuer bevor es anfing aus Kübeln zu schütten
Unser Feuer bevor es anfing aus Kübeln zu schütten
Innenleben der Dackelhütte
Innenleben der Dackelhütte