Die Pferde des Ferienhofes

Perugino

Darf ich vorstellen: Perugino mit seinem stolzen Alter von 28 Jahren! Er ist ein Westfahle und wird noch bedingt geritten. Das hält fit und schützt vor dem einrosten der Gelenke. Er ist ein absolutes Verlaßpferd und nimmt auch den ängstlichsten Pferden die Angst, wenn er an vermeintlichen Geistern vorbei durch die Weltgeschichte stolziert.

Als ich auf dem Hof anfing zu reiten, durfte er noch ins Watt, aber er ist ja schon alt, das braucht er nun nicht mehr. Er hat mich die letzten drei Jahre immer zuverlässig und artig durch das Gelände getragen, ich konnte mit ihm durch dick und dünn gehen. Natürlich hatten wir auch öfter die ein oder andere Auseinandersetzung denn alt bedeutet ja nicht gleich Willenlos ;-) Wenn er etwas nicht will, hat er seinen eigenen Kopf und man muß schon ein wenig kämpfen um dort zu landen wo man möchte. Mittlerweile ist auch mein Freund auf den Geschmack des reitens gekommen und Elke und Siggi lassen ihn netterweise seine ersten Schritte ins Reiterleben auf Peru machen.

Der letzte Winter war sehr hart für Peru und wir dachten schon, es wäre soweit, er würde uns verlassen. Ich konnte ihn nicht mehr reiten und habe jeden Tag gebangt er würde vielleicht nicht mehr da sein, wenn ich das nächste Mal auf den Hof käme. Doch Ende März kam der Anruf von Siggi, das ich mir anstatt Elkes Pony Zamyr oder Fargo, welche ich in der Zeit öfter reiten durfte, den alten Mann mal wieder satteln solle, er stehe in der Box und sei schon ganz ungeduldig auf's rauskommen. Das war Musik in meinem Ohren! Ich glaube an dem Tag war ich der glücklichste Mensch auf der Welt ;-) Wir machen zwar nicht mehr viel, aber einen kleinen Spaziergang den schaffen wir zusammen noch :-)

Zamyr

Zamyr
Zamyr

Zamyr, ein kleiner großer Welsh-Araber Mix! So brummelig er auch manchmal gucken kann, er ist ein Schatz! Auch er ist ein Verlaßpony, wenn er nicht grade Wettrennen im Kopf hat ;-) Elke hat ihn selber ausgebildet und mittlerweile ist er 18 Jahre. Leider geht es ihm derzeit nicht so gut und ich bange um sein Leben, ich hoffe sehr, das er sich wieder erholt. Er hat das Problem was viele Ponys haben, er ist ein Rehepferd und ein "Gänseblümchen" noch dazu, man weiß bei ihm nie so genau wie groß die Schmerzen sind, denn ihn trifft alles immer etwas doller.

Ich habe mit ihm tolle Ausritte erlebt, egal wo und egal wann, er war immer ein braves Pony und hat mich steht's heile ans Ziel gebracht ( auch wenn er mir dabei das ein oder andere Mal Durchgegangen ist ;-)) Er war das optimale Anfangspferd für Anja, die kleine (na gut,mittlerweile ist sie nicht mehr klein) Tochter der Hofbesitzer und er war auch ein tolles Turnierpony, er hat immer sein bestes gegeben und sobald er die Turniermusik zur Ehrenrunde hört, spitzt er die Ohren und steht stramm, auch wenn es nicht um ihn geht.

Die Wattritte mit ihm waren immer wieder ein Erlebnis, auch wenn er zum Schluß nur noch den Hinweg gelaufen ist und wir zurück mit dem Transporter abgeholt wurden. Vergessen werde ich auch ihn nie und ich hoffe das er sich in den nächsten zwei Wochen fängt!

25.08.2008 Abschied für immer

Ich habe am Samstag den 23.08.08 erfahren das er es nicht geschafft hat und er erlöst werden musste. Am Sonntag den 17.08.08 kam der Tierarzt und hat das letzte für ihn getan, was er tun konnte. Er hatte immer noch starke Schmerzen und sein Leben war nicht mehr Lebenswert. Ein Pferd tollt  gerne auf der Koppel herum und schlägt sich den ganzen Tag den Bauch mit Gras voll. Er war dazu nicht mehr in der Lage. Ich werde ihn vermissen und immer wieder an die schönen und lustigen Zeiten mit ihm denken, die ich mit ihm verbringen durfte. Danke für die schöne Zeit und die schönen Ausritte.

Byzantino

Zanti, das Schmusepferd im Stall. Mit seinen neun Jahren ein fast immer liebes und braves Pferdchen. Auch seine Ausbildung hat Elke selbst übernommen. Langsam macht er sich auch, aber seine Nervosität macht es ihm auf Turnieren nicht immer leicht. Manchmal ist er auch ein kleiner Angsthase oder er lässt den Starken raushängen und sperrt sich einfach gegen das was er machen soll, dann sind Geduld und Ausdauer gefragt. Aber so wie ein Mensch, hat auch ein Pferd mal keinen Bock und muß erst überredet werden. Vor dem Auftrensen ist kuscheln Pflicht bei ihm! Dann legt er seinen Kopf in Elkes Arme und muß erstmal gekrault werden, ein seltenes Bild bei einem Pferd und immer wieder niedlich! Ich hatte das Glück das ich öfter helfen durfte, als er neue Dinge erlernt hat und ich davon viel lernen konnte da ich natürlich dann auch immer gleich die Erklärungen bekommen habe, worauf es ankommt und was wichtig ist!

Jithana

Früh am Morgen...
Früh am Morgen...

Hier ist die neuste Mitbewohnerin des Stalles: Jithana, 4 Jahre alt, ein kleines, freundliches Andalusierstütchen mit viel Spaß am Rennen. Ich habe noch nie ein so neugieriges und gelehriges Pferd gesehen wie sie. Wo ein anderes junges Pferd vor einem gelben Müllsack oder einer Mülltonne scheut, geht sie gradewegs drauf zu und untersucht es. Ihr Blick drückt dabei meist aus: Du stinkst aber, wer bist du denn... Natürlich, hieran sieht man mal wieder, jedes Pferd ist einmalig und auch  bei ihnen sind die Charaktere genauso verschieden wie die eines Menschen. Ich freue mich schon darauf sie mal richtig laufen zu sehen, wenn Elke sie fertig ausgebildet hat :-)

Fargo

Fargo beim relaxen
Fargo beim relaxen

Fargo ist ein 14 jähriger Friese und ein von und zu, sein richtiger Name ist Hilwert von ........ . Der Name klingt wirklich etwas seltsam und zum schimpfen ist Fargo viel kürzer ;-)

Er ist im Februar zu uns gestossen, da seine Besitzerin, die Schwester von Siggi, ins Ausland gezogen sind und ihn nicht mitnehmen wollte/konnte. Auf dem Hof haben wir uns natürlich sehr gefreut, zumindest ich, einen Friesen unterm Sattel hat man ja nun nicht alle Tage und einen solch schicken noch dazu! Er sollte das neue Wattpferdchen werden. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten hat er sich mittlerweile zu einem prima Geländepferd entwickelt. Er ist der Fels in der Brandung und es muss schon einiges passieren, bis er sich vor Angst in die Hose macht und nicht mehr weiter läuft. Und noch dazu ist er sehr fotogen ;-) Sein Galopp ist in meinen Augen mittlerweile ein Traum. Er war das erste Pferd an dem ich auch alleine meine mittlerweile sehr beschränkt gewordenen Dressurkenntnisse ausprobieren konnte. Wenn er am Vortag noch dazu richtig Dressur geritten wurde, ist es am darauf folgenden Tag um so schöner gewesen sich ein wenig an ihm auszuprobieren, denn er ist immer eifrig dabei. Ich freue mich schon auf den nächsten Ausritt!

Bellefigor

Bellefigor ist ein 18 jähriges holländisches Warmblut. Im Juni kam er mit Siggis Schwester zusammen zu uns und nach ein wenig anfänglichem hin und her, durfte ich dann endlich in den Sattel. Ein wenig mulmig war mir schon, denn er sollte ein wenig wild sein und sich grade im Galopp gerne mal zu einem Wettrennen hinreißen lassen und trotzdem ein Angsthase sein, der dann plötzlich ohne Ankündigung auf dem Absatz kehrt macht! Das kann schon mal ins Auge gehen, wenn man nicht ständig darauf achtet den richtigen Knieschluß zu haben, dann endet so ein Ausritt gern mal im Gras. Noch dazu hat er tierisch an Fargo geklebt und einen Aufstand gemacht, wenn dieser nicht dabei war. Ja, einige Male hätte ich ihn verfluchen können^^ Ich durfte feststellen, das mit dem Absatz kehrt geht schneller als man denkt :-P und ein Angsthase war er wirklich, als Führpferdchen vorne laufen ging seiner Meinung nach anfangs gar nicht und als erster in einer Gruppe den Hof verlassen auch nicht!

Aber nach einiger Zeit hat er gemerkt, das es eigentlich gar nicht so schlimm ist. Er kann dem Reiter vertrauen und der wird schon wissen was er tut und die neue Umgebung in der er nun wohnt, ist Puma und Wolffrei ;-) . Selbst die Priele bei Wattritten machen ihm nichts aus und er trottet interessiert hindurch! Auch wenn er ein ganz schöner Riese ist und manchmal noch versucht auf dem Absatz umzudrehen, fühl ich mich sicher mit ihm im Gelände und das ist die hauptsache! Ich hoffe ich finde bald wieder mehr Zeit für die Vierbeiner...